Urlaubszeit – Geocaching Routenplanung mit Hilfe des Auto Navis

Es naht die schönste Zeit im Jahr: die Urlaubszeit. Und damit auch die notwendige (Geocaching) Routenplanung.
Bis jetzt habe ich, wenn ich mit dem Caching Mobil unterwegs war, das Navi auf den 1. Cache programmiert und bin losgefahren.

Tourenplanung

Tourenplanung

Nach hoffentlich erfolgreichem Finden und Loggen gings ins Auto und der nächste Cache musste mittels Koordinaten vor Ort eingegeben werden. Bei dieser Methode konnte weder das Familienoberhaupt (weiblich), die Fond Passagiere (kindlich) oder der Cachemobil Fahrer (ich), etwas über die Dauer der Fahrt oder Ankunftszeit mit den unvermeintlichen Caches auf der Route aussagen.

Dies war mir auf Dauer zu umständlich und unbequem, weshalb ich auf der Suche nach einem moderneren Navigationsgerät als meinem alten TomTom IQ Routes XL machte.

 

Folgende 2015er Geräte habe ich hierfür getestet:

Es gibt bestimmt andere Navigationsgeräte mit ähnlicher, besserer oder weniger guten Ausstattung für mehr oder weniger Geld. Ich bin aber mangels Zeit nur auf diese Geräte eingegangen, weil ich dabei auf mein bevorzugtes Gerät gekommen bin. Doch lest bitte selbst:

 

TOMTOM GO 500/600

Natürlich probierte ich als alter TomTom Besitzer ein Gerät der neuesten Generation als erstes aus. Die Wahl fiel auf das gehobene Mittelklasse Model Go 500 mit einem 12,7 cm (5 Zoll) großem kapazitiven Touch Display, das für ca. 200 Euro erhältlich ist.
TomTom weicht mit der neuen 5er (5 Zoll) und 6er (6 Zoll) Serie erheblich vom alten Bedienkonzept ab. Eine horizontal durchscrollbare Menüleiste ist nun Dreh- und Angelpunkt für Adresssuche, aktuelle Route, Einstellungen usw.
Das TomTom arbeitet flüssig und schnell bei der Adresssuche und das Display ist schön hell und mit 800 x 480 Pixeln gut aufgelöst. Lebenslanges Kartenmaterial ist standardmäßig auch dabei.
Die Halterung ist solide und befestigt das TomTom sicher und stabil, obwohl hier das abnehmbare Ladekabel beim Entfernen des Navis aus der Halterung stört, weil es jedes Mal am Navi ein- und ausgesteckt werden muss.
Am meisten hat mich bei diesem Gerät die Suche nach Adressen und/oder POIs (Point of Interests) gestört, da es das Gerät nicht zulässt, diese separat zu suchen. Bei der Suche nach Adressen suchen die neuen 2015er Go Geräte gleichzeitig nach Zieladressen und POIs, was auf dem zweigeteilten Bildschirm unübersichtlich ist.

Am meisten hat mich folgender Punkt gestört, was auch der Grund für mich war, das Gerät wieder zurück zugeben.

Die eigentliche Routenplanung: das Gerät beherrscht weder das Einspielen von GPX Dateien noch die komfortable Routenplanung mit mehreren Zielen wie bei den Garmin Geräten.
Beispiel: Hat man Start und Zieladresse eingeben, muss man den Menüpunkt „Halt zu Route hinzufügen“ aussuchen. Von dort aus muss man auf die Kartenansicht der Route und von dort aus auf „Suche“. Dort klickt man dann auf „Gesamte Karte“. Hier landet man aber nicht in der Kartenansicht, sondern in einem scrollbaren Menü wo „Orte entlang der Route“, POIs und der Menüpunkte „Längen- und Breitengrad“ auftauchen. Diese Koordinateneingabe war aber erst nach einem Firmware Update ersichtlich.

TomTom 500 Koordinateneingabe

TomTom 500 Koordinateneingabe

Jetzt geht es natürlich um die Eingabe der Ziel Koordinaten des ersten anzufahrenden Caches. Und dieses wurde leider nicht besonders benutzerfreudlich umgesetzt, weil man rudimentäre Zeichen wie „N“ wie Nord ,“E“ für Ost und das Gradzeichen von Hand eintippen muss. Das macht Garmin um einiges komfortabler, doch dazu später mehr.

Hat man dann endlich die einzelnen Caches auf der Route via Koordinaten eingegeben, will man natürlich die Zwischenziele zur besseren Übersichtlichkeit umbennen und sortieren. Beides ist mir leider trotz mehrtätigen Probierens nicht gelungen, weshalb ich dieses doch überaus schicke und flotte Gerät zurück schickte.

 

Da ich als Geocacher mit meinem Garmin Oregon 650 sehr zufrieden bin, recherchierte ich nach den aktuellen Auto Navis von Garmin, die unter dem Namen Nüvi bekannt sind. 2015 ist die 8er Serie aktuell. Gestartet habe ich mit dem:

 

Garmin Nüvi 2598 LMT-D

Als erstes fiel mir im Vergleich zum schicken TomTom die mattierte Oberfläche des Displays auf, was sich bei näherer Betrachtung als resistiver Touchscreen entpuppte, die bekanntermaßen nur auf Druck und nicht auf leichte Berührung wie bei den kapazitiven Displays reagieren.
Auch das übrige Design wirkte ein wenig, sagen wir mal rustikal.. Doch nun zu den Fakten. Das „LMT“ beim Nüvi 2598 steht für Lifetime Map Update (nüMaps Lifetime) + Lifetime Traffic (Navteq Traffic™).

Das ca. 200 Euro teure Navi hat leider nur 480 x 272 Pixel was man stark bei der verpixelten Darstellung der Schriften und Karten sieht. Die Karte beim 2598 ist wie das Design sehr altbacken, es werden keine Schattierungen oder ähnliche grafische Finessen angezeigt.

Kartendarstellung auf den, Garmin 2598 nur in 2D

Kommen wir zum Wesentlichen, der Routenplanung: hier kommt die jahrelange Erfahrung von Garmin im Umgang mit Koordinaten und Geocaching mit Hilfe von GPX Dateien zum Tragen. Doch auf dieses tolle Feature gehe ich erst später mit dem ebenfalls getesteten Garmin Nüvi 3598 ein, weil die beiden Geräte bei der Routenplanung identisch sind.

Das 2598 unterscheidet sich natürlich aufgrund seines Preises in der Ausstattung und Qualität der Verabeitung vom teueren Bruder 3598.

Unterschiede zum 3598:

  • Display Art und Auflösung
  • keine Smartphone Anbindung über Bluetooth zur Datenübermittlung, Verkehrsnachrichten über DAB+
  • Freisprecheinrichtung
  • 3D Gelände Ansicht
  • komfortable Magnethalterung (ohne Ladekabel abstöpseln)
  • DAB+ Empfänger
  • Red Dot Design Award
  • und vieles mehr

Aufgrund dieser Ausstattungsdetails habe ich mich für das Garmin Top Model entscheiden.

 

Garmin 3598 LMT-D

Schon beim Auspacken habe ich mich in dieses Gerät verliebt (ja ich bin ein Technik Freak !!!). Die Aluminium Rückseite mit dem schlanken Design und dem hochauflösenden Display aus dem Smartphone Sektor lässt einem das Herz höherschlagen. Die Bedienung geht einem federleicht von den Fingern ;), denn Gesten wie Zoomen geht mit 2 Fingern und erleichter die Navigation auf der Karte ungemein. Ebenso die fantastische Sprachsteuerung versteht alles was ihr zum Besten gebt, so bleiben beide Hände am Steuer.

Kartendarstellung in 3D schattiert

Auch die Anbindung zum Smartphone, in meinem Fall einem Samsung Galaxy Note 3, funktionierte herrvoragend auf unserer Lost Place Tour (Artikel folgt). Jede Verkehrsbehinderung über Baustellen, Gegenstände auf der Fahrbahn oder Staus wurde über DAB+ (Digitaler Radio Standard) aufs Gerät via Smartphone oder Antenne (ins Ladekabel integriert) empfangen und fast metergenau angezeigt.
Die Photo-Real-Anzeigen bei Autobahnausfahrten, Spurwechseln und anderen schwierigen Verkehrssituationen und die 3D Darstellung von großen und historischen Gebäuden in Großstädten taten ihr Übriges um mich auf dieses Gerät einzulassen.

Doch nun zur Paradedisziplin der Garmin Geräte:

Die Geocaching Routen Planung

Neben der einfachen Handhabung und vielen Features, der Hauptgrund warum ich mich für dieses Gerät entschieden habe.

Als erstes legt man seinen Startpunkt an was auf den ersten Blick sinnlos schein, weil man ja immer vor Ort losfährt. Bei genauerer Betrachtung, kann man dadurch aber schon Zuhause die Heimfahrt vom Urlaubsort planen.
Nach dem Festlegen des Tourenstartpunkts, gibt man nacheinander die Koordinaten der Caches ins Navi als Zwischenziele ein. Alternativ können auch die einzelnen GPX Dateien der Caches oder eine ganze Query aufs Garmin Nüvi überspielt werden. Bei einer Query verliert man aber schnell die Übersicht welche Caches man anfahren will, da leider nur der GC Code angezeigt wird.

Vergleich 2598 mit 3598 Rückseite

Vergleich 2598 mit 3598 Rückseite

Hat man alle Zwischenziele über die Koordinateneingabe oder Auswahl der Caches über die GPX Dateien erledigt, kann man die Reihenfolge der Zwischenziele einfach per Fingerwisch neu anordnen. Ebenso erfolgt über die Tastatur die Namensvergabe der Caches. Aus „GC2u38a“ wird so schnell „Willkommen in Italien“, was natürlich der Übersichtlichkeit und Vorbereitung der Suche vor Ort dient.

Das beste Feature finde ich, dass man die Zwischenziele mit einer Aufenthaltsdauer versehen kann. So trägt man bei einem einfachen Tradi je nach Schwierigkeit zwischen 5 und 15 Minuten Aufenthalt ein. So sieht man in der Tourenübersicht schnell ob man vielleicht zu viele Cache auf der Tour eingeplant hat und sich dadurch die Ankunftsdauer am Urlaubsort zu weit zieht.

Ist man unterwegs, führt die Routenplanung uns natürlich zum ersten Zwischenziel, bei GPX Dateien, wird sogar automatisch der Parkplatz angefahren. Am Zwischenziel angekommen, muss man auf das Ziel direkt „überfahren“ und wird dadurch als angefahren übernommen und das Navi zeigt den Weg zum nächsten Cache an.

Will man den Cache nun doch nicht machen, oder die Koordinate kann mit dem Auto nicht angefahren werden, dann überspringt man das Zwischenziel und wählt das nächste aus.

Die Anzeige kann je nach Geschmack konfiguriert werden. Ich persönlich lasse mir die Zeit bis zum nächsten Ziel und die Gesamtdauer der Tour anzeigen.

Für mich ich diese Vorgehensweise egal ob auf Urlaubsreise oder Cachingtour am Wochenende die idealste, weil ich die Tour vorher schon komfortabel im Wohnzimmer (oder sonst wo 😉 ) planen und am Navi eingeben kann. Bei Reisebeginn einfach Navi ins Auto und Route auswählen und schon geht’s los. Also kein Getippe und Gesuche am oder vor dem Cache. Einfach fahren, ankommen, suchen und weiterfahren und immer die Zeit im Auge wie lange die Tour wohl noch ungefähr dauern wird.

Hier der Ablauf der Routenplanung in Bildern bei den Garmin Geräten:

Im Hauptmenü auf Apps

Im Hauptmenü auf Apps

auf Routenplanung

auf Routenplanung

und Standort festlegen

und Standort festlegen

auf Koordinaten gehen

Koordinaten eingeben des 1. Caches eingeben

Koordinaten eingeben des 1. Caches eingeben

Cache Standpunkt wird auf Karte angezeigt

Cache Standpunkt wird auf Karte angezeigt

Cache erscheint auf Routen Übersicht

Cache erscheint auf Routen Übersicht

Der Route einen Namen geben

Der Route einen Namen geben

Reine Fahrdauer der Route wird angezeigt

Reine Fahrdauer der Route wird angezeigt

Fertige Route wird auf Karte angezeigt

Fertige Route wird auf Karte angezeigt

Unter „Dauer“ kann die ungefähre Suchdauer eingegeben werden

ungefährer Aufenthalt beim Cache planen

Unter "Ziele bearbeiten" können die Stationen umbenannt und sortiert werden

Unter „Ziele bearbeiten“ können die Stationen umbenannt und sortiert werden

Die fertige Route ist erstellt

Die fertige Route ist erstellt

Unter Reisedaten kann man die Anzeige der Tour anzeigen lassen

Unter Reisedaten kann man die Anzeige der Tour auf der Karte konfigurieren. Gesamt Dauer der Tour oder Dauer zur nächsten Etappe.

 

Bei Nachfrage kann ich auch ein Youtube Video auf meinen Kanal hochstellen um die Geräte live zu sehen.

Viel Spaß beim Routen planen !!!

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Kategorien: Cacher, Caches, Equipment, Hardware | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Urlaubszeit – Geocaching Routenplanung mit Hilfe des Auto Navis

  1. Stefan

    Hallo,
    vielen Dank für deine Test Reihe!
    Interessant und informativ… Mach weiter so und ich b in jetzt schon aufs nächste Thema gespannt.

    Viele Grüße
    Stefan alias HoKFalke

  2. Hi, schöner Test, sehr ausführlich und professionell ( wie immer 🙂 ). Wenn ich nicht gerade ein Garmin Navi in einem Fotowettbewerb gewonnen hätte, würde meine Wahl jetzt leicht fallen.
    LG Olaf

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